Mit wieviel Jahren sollte ein Kind Schwimmen lernen?

Mit welchem Alter sollten Kinder beginnen?

Das ideale Alter, um Schwimmen zu lernen, liegt bei fünf Jahren. Dabei geht es zu Beginn nicht darum, ein Abzeichen zu schaffen, sondern sich an das Wasser zu gewöhnen und mit ihm vertrauter werden. Körperbeherrschung und Motorik zum Schwimmen lernen sind erst dann ausgereift, wenn das Kind sicher und ohne Stützräder Fahrrad fahren kann. Um das zu erlernen sind die Laufräder geradezu ideal. Leider sind zu viele Kinder schon in den ersten Jahren zu träge und motorisch ungeübt, teilweise sogar fettleibig. Im Wasser herumzutoben bedeutet aber eine positive Erfahrung in Richtung Entwicklung. Behutsam und mit Wassergewöhnungsspielen herangeführt kann dem Kind Selbstvertrauen geben, da viele der Übungen gerade im Wasser leichter durchzuführen sind als an Land.

Wie also beginnen?

Bevor Eltern oder Großeltern mit dem Kind in die Schwimmhalle gehen, sollten die Baderegeln erst einmal besprochen werden. Leider gibt es hier in Deutschland viele verschiedene Varianten und keinen einheitlichen Nenner, da man zwischen lebenswichtigen Baderegeln und Sicherheitsregeln unterscheidet. Aber die Einfachsten wird auch ein kleines Kind schon verstehen: Wenn du in der Schwimmhalle läufst, kannst du ausrutschen und hinfallen – das tut weh. Wenn du einfach ins Becken springst ohne zu schauen, kannst du auf jemanden draufspringen, auch das tut weh. Wenn du keinen Boden mehr unter den Füßen hast, kehre sofort um … und einige weitere Regeln natürlich. Hier eignet sich das Baderegel-Malbuch, bei dem das Kind die kleinen süßen Bärchen ausmalen kann.

Wie fängt man denn nun an.

Ist man dann endlich in der Schwimmhalle, ist es wichtig, dass das Kind auch Ihre Anweisungen befolgt. Das Kind bleibt in Ihrer Nähe und es läuft nicht vor oder zurück. Die erste Erfahrung entsteht in den Duschräumen. Zu lernen, dass man sich vor dem Schwimmen gründlich abduscht und abseift, um die Keimbelastung in der Schwimmhalle zu reduzieren, ist nicht wirklich jedem klar. Mit lustigen Duschspielen kann hier schon mit der Schwimmausbildung begonnen werden. Vor dem Schwimmen zur Toilette gehen und Kaugummis auszuspucken sollte ebenfalls zur Routine werden.

Wenn nun der erste Wasserkontakt da ist, zeigt sich, wie schnell das Kind Zutrauen dazu findet. Hüpft und tollt es dort herum oder empfindet es jeden Wasserspritzer als lästig und hat Angst vor Neuen? Führen Sie es behutsam ein, dazu ist das gemeinsame Kennenlernen der Halle wichtig, damit die Kinder sich besser orientieren kann. Finden Sie heraus, indem Sie es z.B. an der Überlaufrinne entlanghangeln lassen oder es an die Hand nehmen, wo es stehen kann und wo nicht.

Gut ist, wenn die Halle einen abgeteilten Bereich für das Nichtschwimmerbecken besitz, wo das Schwimmen lernen einfacher ist. Bretter und Pool-Nudeln helfen und werden sogar als Spielzeug angesehen. Bauchgurte erfüllen ebenfalls ihren Zweck, das Schwimmen sollte aber auch ohne geübt werden.

Was sollte im Wasser an Übungen stattfinden?

Im Wasser angekommen stehen natürlich zuerst spielerische Übungen im Vordergrund. Einfach Übungen wie Hüpfen und dabei die Arme vorwärts schwingen scheinen simpel zu sein, doch viele Kinder haben schon hier Probleme, zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Schwieriger wird es, die Übung rückwärts durchzuführen oder im Wasser zu laufen, hier lernen die Kinder den Wasserwiderstand kennen und wie sie ihn mithilfe von Handbewegungen „wegschaufeln“ können.

Damit Ihr Kind nicht auskühlt, muss es in Bewegung gehalten werden, sonst bibbert es am ganzen Körper und das Lernen wird schwierig. Hier helfen abwechselnde Übungen zwischen schnelle und ruhigere Bewegungen. So können auf „Zwei Bahnen so schnell wie möglich laufen“ oder „Mit Brett oder Pool-Nudel schwimmen“ die ruhigere Übung „Wer macht die größten Blubberblasen unter Wasser“ oder „Wer kann mit den Händen auf den Beckenboden laufen“ folgen. Sollten Kinder trotzdem noch frieren, könnte mit einem Neoprenanzug Abhilfe geschaffen werden, die es oft im gebrauchten Zustand recht preiswert zu bekommen sind.

Mit Paddelbewegungen und Hundekraulen könnte
ein Kind meistens schon ein paar Meter vorwärts kommen, aber etwas falsch zu
lernen heißt manchmal auch, später Schwierigkeiten bei den richtigen
Schwimmbewegungen zu haben. Sinnvoller ist, mit ersten Grundfertigkeiten wie
Schweben im Wasser, richtiges Tauchen mit Ausblasen lernen, Gleiten und den
Seestern auf dem Bauch und Rücken ausführen. Sind diese Dinge erst einmal
gelernt, ist das eigentliche Schwimmen gar nicht mehr so schwer.

Welche Schwimmart sollte bevorzugt werden?

Viele Eltern beginnen nun leider mit dem Brustschwimmen. Die Arm- und Beinbewegungen erfordern aber einiges an Koordination, und wenn das Eintauchen mit dem Kopf sowie die richtige Atmung mit einbezogen werden, scheint dieser Stil kaum umsetzbar. Natürlich kann man sich zufrieden geben, wenn die Kinder den Kopf oben halten und mit Paddelbewegungen und Brustbeinschlägen sogar ihr Seepferdchen-Abzeichen erhalten. Diese falsche Technik später wieder richtig zu lernen ist oftmals sehr schwer. Zu Beginn sollte daher mit den Wechselschlagschwimmarten Kraul und Rücken begonnen werden, die den Kindern oft leichter fallen. Es sollte aber nicht das Abzeichen und Schwimmen lernen im Vordergrund stehen, sondern das Vertraut werden mit dem Wasser, insbesonders der Spaß durch Erfolge, die gerade weniger motivierte Kinder bekommen sollten. Denn eines ist wichtiger als jedes Abzeichen: Die leuchtenden Kinderaugen und die Aussage „Das hat viel Spaß gemacht“!

Ideen zum Schwimmen lernen finden Sie auch im VA-Verlag.

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